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sichert optimal die
4. Röhre des Elbtunnels
Chronik der Tunnel-Unfälle

[Beitrag aus der Süddeutschen Zeitung Nr. 89 S. V2/1 | 17.04.2002]

Zusammenstöße mit Lastwagen besonders gefährlich
24. Oktober 2001: Zwei Lastwagen stoßen im Gotthard-Tunnel (Schweiz) zusammen: Feuer bricht aus, elf Menschen finden im zweitlängsten Straßentunnel der Welt (16,9 Kilometer) den Tod. Teile der Tunneldecke stürzen ein.

26. August 2001: Im Gotthard-Tunnel (Schweiz) stoßen zwei Autos frontal zusammen; sechs Menschen werden zum Teil schwer verletzt.

8. August 2001: Im österreichischen Amberg-Tunnel (Vorarlberg) stoßen ein Kleinlaster und ein Bus zusammen; drei Menschen kommen ums Leben, vier werden verletzt.

6. August 2001: Im österreichischen Gleinalm-Tunnel nördlich von Graz (Steiermark) kommt es zu einem Zusammenstoß zwischen einem Personenwagen und einem Minivan, der dabei in Brand gerät. Fünf Menschen sterben.

12. April 2001: Im Hellersberg-Tunnel (Salzburg) wird ein Auto zwischen zwei Lastwagen eingeklemmt; zwei Menschen kommen ums Leben.

29. Mai 1999: Im österreichischen Tauerntunnel verursacht ein Lastwagen eine Massenkarambolage. Feuer bricht aus. Zwölf Menschen sterben, 42 werden zum Teil schwer verletzt.

24. März 1999: Im Montblanc-Tunnel zwischen Frankreich und Italien fängt ein mit Margarine beladener Lastwagen Feuer, das innerhalb weniger Minuten auf andere Fahrzeuge übergreift. 39 Menschen finden den Tod in dem Großbrand, der erst nach einem Tag gelöscht werden kann.

18. November 1996: Im Tunnel unter dem Ärmelkanal zwischen Frankreich und England bricht auf einem mit einem Lastwagen beladenen Zug Feuer aus. 34 Menschen werden verletzt.

18. März 1996: In einem Tunnel bei Palermo (Sizilien) fährt ein Transporter auf einen Tanklastwagen auf, der daraufhin explodiert. Das Feuer greift auf 19 Auto über. Bilanz: fünf Tote, 26 Verletzte.

10. April 1995: Im Pfänder-Tunnel bei Bregenz (Österreich) kommt es zu einer
Massenkarambolage, weil ein Autofahrer auf die Gegenfahrbahn geraten war. Vier Autos fangen Feuer, drei Menschen kommen ums Leben.



Richtiges Verhalten kann Leben retten


Selbst optimale Sicherheitstechnik hilft nicht, wenn Autofahrer falsch reagieren
Bricht nach einem Tunnel-Unfall Feuer aus, bleiben - so Experten - maximal zehn Minuten, um eine Katastrophe zu verhindern. Entscheidend ist die Sicherheitstechnik, die - wenn sie auf aktuellem Stand ist - über automatische Brandmeldesysteme, durchgehende Druckwasserleitungen, Lüftungs- und Rauchabsaugeeinrichtungen verfügen sollte. Aber: „Jeder Tunnel ist ein Individuum", erklärt Robert Sauter vom ADAC, warum die rettende Technik nicht überall gleich ist.

In Tunnels mit Gegenverkehr kommt es zudem darauf an, diese durch Beleuchtung, je nach Verkehrsdichte variable Geschwindigkeitsbegrenzungen und ausreichende Pannenbuchten so sicher wie möglich auszurüsten. Einer der modernsten Tunnels in Europa ist derzeit der für rund 700 Millionen Euro aufgerüstete Montblanc-Tunnel. Dort gibt es ausreichende und gut gekennzeichnete Flucht-, wege und drei Feuerwachen mit speziellen Fahrzeugen, die modernste Technik an Bord haben und auf der Stelle drehen können.

Doch Technik ist nur ein Garant für die Sicherheit im Tunnel. Auch das richtige Verhalten der Autofahrer kann Katastrophen vermeiden. Die wichtigsten Verhaltensregeln:
Vor dem Tunnel Radio auf die am Eingang ausgewiesene Frequenz stellen, um jederzeit aktuelle Informationen empfangen zu können. Lüftung auf Umluft schalten.

Bei Stau die Warnblinkanlage einschalten, mit Sicherheitsabstand stehen bleiben, Motor abstellen. Das Fahrzeug nur nach Aufforderung verlassen.
Vor und im Tunnel Ampeln und Verbotsschilder beachten. Geschwindigkeitsbegrenzung einhalten. Vorsicht: Anzeigen können sich während der Fahrt durch den Tunnel ändern.
Sicherheitsabstand schon vor der Einfahrt vergrößern: für Personenwagen mindestens 50 Meter, für Lastwagen mindestens 100 Meter.

Die Orientierung immer an der rechten Fahrbahnbegrenzung und nicht an der Mittellinie suchen, vor allem bei ein-röhrigen Tunnels mit Gegenverkehr.

In Tunnels mit Gegenverkehr im Notfall auf keinen Fall die Mittel-Linie überfahren oder wenden. Anweisungen des Personals, per Verkehrsfunk oder Lautsprecher übermittelt, befolgen.

Bei einer Panne die Warnblinkanla-ge einschalten, möglichst weit rechts heranfahren. Falls vorhanden und möglich, Pannenbucht aufsuchen oder auf dem Standstreifen stehen bleiben. Häufig erfolgt dann eine automatische Meldung an die Tunnel-Leitzentrale. Kommt keine Hilfe, vorsichtig auf dem Notgehweg zur Notrufnische laufen, die meist nicht mehr als 100 Meter entfernt ist.

Notrufe nach Möglichkeit nicht über Handy, sondern über die Notruf einrichtungen absetzen, weil dadurch der Standort bestimmt werden kann.

Bei Rauchentwicklung oder Brand:
Ganz rechts heranfahren und stehen bleiben, damit Platz für Rettungsfahrzeuge entsteht; Motor abschalten. Wenn keine anderen Anweisungen erfolgen: Schlüssel stecken lassen, Fahrzeug verlassen (falls griffbereit, Papiere mitnehmen) und zum Fluchtausgang laufen.
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